Der Preis der Einzigartigkeit

2 Gedanken zu “Der Preis der Einzigartigkeit”

  1. Guter Beitrag. Schwieriges Thema.

    Der Punkt der Erfahrungen (gewonnen eben vor allem aus Niederlagen, egal auf welcher Ebene), den du ansprichst, die ein Mensch braucht, um dem Leben gewappnet entgegentreten zu können, ist sicher ein sehr wichtiger. Vielleicht der entscheidende für den Charakter überhaupt. Doch als Eltern abzusehen, welche „Kämpfe“ man dem Kind ersparen sollte und welche sinnentleert anmuten, scheint mir sehr schwierig zu beurteilen. Eine zu tragende Last kann in die Knie zwingen, oder eben stärker machen. Das erschließt sich wohl erst später. Auch was die Schule betrifft. Eine 3 oder vielleicht auch eine 5 kann theoretisch zum eigentlich besseren Weg führen – rückblickend betrachtet können da sicher viele bestätigen. Weil sich erst durch der Abkehr vom bisher angestrebten, strikten Weg ein neuer und schönerer zeigt, den man in seinem Fokus vorher nicht wahrgenommen hat.

    Handlungsspielraum ist aber sicher ein Novum für viele Eltern, könnte ich mir vorstellen. Wie du schon sagtest: Sie wollen dem Kind den vermeintlich schlechteren Weg, den sie gehen mussten, ersparen, und nehmen ihm damit vielleicht die Entfaltung ihrer Fähigkeiten, die sie selbst erst auf diesem erworben haben. Es gibt wohl keine Patentformel für Erziehung, da zu viele individuelle Faktoren da mitspielen. Vielleicht reicht es schon, es in keine Richtung hin zu übertreiben. Intelligente Grenzen, die lernen und mit dem Kind gemeinsam wachsen.

    Ach, ich schwadroniere…
    Das Thema lädt aber auch dazu ein!
    Es provoziert immer sehr interessante Gesprächsrunden.

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    1. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! 😄
      In der Tat trägt man als Eltern viel Verantwortung, sowohl für das körperliche, als auch das seelische Wohlergehen der Kinder.
      Ich bin persönlich davon überzeugt, dass Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen müssen und je älter sie werden, desto mehr müssen wir versuchen, sie dazu zu ermutigen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Noch lange über die magische Zahl 18 brauchen sie jedoch genauso viel das Gefühl, in ihrer ganz persönlichen Art bestärkt zu werden. Insbesondere dann, wenn sie einschneidende Rückschläge, Fehlschläge oder Zweifel zu verkraften haben.
      Du hast vollkommen Recht damit, dass es keine Patentformel gibt und dass man gut daran tut, auf seinen „elterlichen Instinkt“ zu hören. Manchmal jedoch, kommt uns dieser Instinkt im Trubel des Alltags abhanden und wir tun Dinge, die wir eigentlich nicht wollten und lenken dort, wo wir nicht müssten und zweifeln an jenen Stellen, wo wir nicht sollten.
      An dieser Stelle greife ich auf meinen beruflichen Werkzeugkasten zurück und überlege: „Moment, stop, wo waren noch mal die Stärken meines Kindes?“ Dient diese Maßnahme dazu, die Stärken meines Kindes zu stärken, oder dient sie nur dazu, die gesellschaftlichen Normen zu stärken?

      Kindererziehung ist beharrliche, tägliche und herausfordernde Arbeit. Aber es lohnt sich, sich selbst zu hinterfragen. Dem Kind und nicht zuletzt sich selbst zu Liebe.

      Nochmals danke für deine Worte 😉

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